Wie du mir, so ich dir?

So ein Mist!! Heute Morgen bekam ich eine Nachricht von einem Freund. Zusammen wollten wir an einem Projekt arbeiten und hatten uns dazu viele Gedanken gemacht und Ideen ausgetauscht. Beide waren wir voll motiviert und wollten unsere Ziele für dieses Projekt gemeinsam erreichen. Nun hatte er mir per Textnachricht auf meinem Handy mitgeteilt, dass er aus Mangel an Zeit nicht mehr mitmachen könne und er aus dieser Sache aussteigen wolle.

Was für ein Blödmann? Warum lässt er mich jetzt hängen? Es war doch alles abgemacht?! So ein Drückeberger! Der brauch mir nicht mehr anzukommen, wenn er was von mir will! Dem schreibe ich jetzt erstmal eine entsprechende Antwort zurück!
Das waren die ersten Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, als ich seine Absage gelesen hatte.

Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch!
Lukas 6, 31

Ach, das ist doch leichter gesagt als getan. Manchmal werden wir von anderen Menschen vermeintlich einfach hängen gelassen. Dann sitzt der Stachel der Enttäuschung tief. Den anderen aber dann gleich zu verdammen und auf ihn zu schimpfen, mag uns zwar ein wenig mit der Situation umgehen lassen, hilft aber nicht wirklich weiter. 

Was wäre die Alternative? 

Ich frage meinen Freund, was bei ihm im Leben gerade los ist. Den Grund für seine Entscheidung zu verstehen, bringt Klarheit. Vielleicht kann ich ihm ja auch helfen, damit er für mich Zeit hat. Ich möchte meine Freunde nicht verlieren, nur weil ich sie falsch verstehe oder nur meine Bedürfnisse ernst nehme. Außerdem, wie oft war er schon für mich da, als ich ihn brauchte. Ich werde ihn sofort mal anrufen….

Bleiben Sie behütet!

Ihr Diakon Markus Schlimm