Segen – Gottes spürbare Kraft

Am letzten Sonntag hatten wir für den Begrüßungsgottesdienst der neuen Katechumenen das Thema „Segnen“ in den Mittelpunkt gestellt. Zusammen mit der evangelischen Kirchengemeinde Neunkirchen und unseren katholischen Geschwistern aus Neunkirchen und Seelscheid uns an der Aktion „Ich brauche Segen“ beteiligt.

Doch was ist eigentlich das Segnen?

In der Seelsorge, bei Haus- und Krankenbesuchen mache ich immer öfter die Erfahrung, dass Menschen sich gerne segnen lassen wollen. Gerade in den Lebenssituationen, in denen Menschen sich alleine gelassen fühlen, Krankheit und Sorgen den Alltag bestimmen, ist der Segen eine spürbare Kraft Gottes, die Menschen erfahren. Der Segen wird oft mit einer körperlichen Zuwendung gespendet. Entweder werden die Hände auf den Kopf oder auf die Schultern gelegt oder ein Kreuzeszeichen auf die Stirn gemalt.
So wird auf diese Weise eine tiefe Verbundenheit vermittelt. Genauso, wenn Mutter oder Vater ihr Kind in den Arm nehmen, um zu zeigen: Ich bin für dich da! Für das Kind wird spürbar: Ich bin nicht alleine!
Die meisten kennen solche und ähnliche Gefühle aus eigener Erfahrung. Ist das nicht schon ein Segen? Gefühle? Haben Gefühle denn etwas mit Segen und Gott zu tun? Meiner Erfahrung nach: Ja! Für mich ist es entscheidend, dass Menschen spüren, Gott lässt dich nicht alleine, er lässt dich nicht los! Er wendet sich dir in deiner Lebenssituation zu.
Gottes Segen hat etwas mit Heil, Heilung und Shalom-Frieden zu tun. Etwas soll gut oder besser werden. Zeitlich gesehen kann der Segen nicht in die Vergangenheit, sondern nur in die Gegenwart und Zukunft zugesprochen werden. Die Quelle des Segens ist alleine Gott! Und dieser Segen ist für alle Menschen!
Den Segen anderen zuzusprechen, ist kein Privileg von Geistlichen. Jede Christin, jeder Christ darf segnen. So möchte ich Sie ermuntern, doch zu Hause das Segnen mit in den Alltag zu integrieren. Vielleicht möchten Sie ihr Kind segnen, bevor es morgens aus dem Haus geht. Oder abends vor dem Schlafengehen. Oder sie sprechen sich als Ehepaar den Segen Gottes zu.

Letztendlich geht es darum, dass wir spüren und die Gewissheit haben:
Gottes Liebe und Kraft begleiten mich!

In diesem Sinne:
Bleiben Sie behütet!

Ihr Diakon Markus Schlimm